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Für die Menschenwürde, gegen Unwissenheit –

70 Jahre Engagement der Schweiz in der UNESCO

© GABRIEL DESIGN

Vom 17. bis 20. Juni 2019 feiert die Schweizerische UNESCO-Kommission ihr 70-jähriges Bestehen. Das Jubiläum entspricht auch dem Beitritt der Schweiz zur Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) im Jahre 1949. Auf dem Waisenhausplatz in Bern finden in einem eigens für diesen Anlass errichteten Zelt fünf thematische Konferenzen statt. Am 13. Juni 2019 wird zudem auf dem Casinoplatz in Bern eine vom Institute for Digital Archeology in Oxford erstellte grossformatige Nachbildung des Triumphbogens von Palmyra enthüllt.

Wie der Zytglogge der Berner Altstadt ist der Triumphbogen Teil einer UNESCO-Welterbestätte, wobei das teilweise zerstörte Palmyra die Fragilität der Menschheit veranschaulicht. Die Stadt Bern hat die Genfer Erklärung der solidarischen Städte für Menschenrechte und Kulturerbe unterzeichnet und ist Mitorganisatorin der Jubiläumsveranstaltung.

Wissen ist für die Würde der Menschen und den Wohlstand der Gesellschaften von entscheidender Bedeutung. Ebenso kann Frieden nur durch den Austausch von Wissen und gegenseitigen Respekt erreicht werden. Diese Vision führte am Ende des Zweiten Weltkriegs zur Gründung der UNESCO. Bereits 1949 schloss sich die multikulturelle, neutrale und solidarische Schweiz dieser Friedensvision an, indem sie der multilateralen Organisation beitrat und eine nationale UNESCO-Kommission gründete.

In den vergangenen 70 Jahren wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Gewisse Probleme bestehen aber noch immer und neue Herausforderungen sind entstanden: Nach wie vor sind weltweit mehr als 750 Millionen Menschen Analphabeten, 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung können nicht richtig lesen und schreiben. In der Forschung arbeiten weltweit weniger als 30 Prozent Frauen. Auf die Meinungsäusserungsfreiheit, aber auch auf die Kunst- und Forschungsfreiheit wird mit Sicherheitsmassnahmen und durch Ideologien Druck ausgeübt. Trotz des verstärkten Schutzes von Kultur- und Naturgütern kommt es immer wieder zu deren Zerstörungen und zu Gefährdungen der Biodiversität. Schliesslich bringt auch die fortschreitende Digitalisierung gewisse Risiken mit sich, wie beispielsweise die virale Desinformation.

Welche Massnahmen können die UNESCO und ihre Partner im Kontext der aktuellen Herausforderungen ergreifen, um die Ungleichheiten und identitären Spannungen in einer zunehmend vernetzten Welt zu verringern? Welchen Beitrag kann die Schweiz leisten, um auf nationaler und internationaler Ebene durch die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation einen konstruktiven Dialog zu fördern und dadurch Brücken zu bauen?

Im Rahmen der Jubiläumsfeier organisiert die Schweizerische UNESCO-Kommission fünf thematische Konferenzen, die sich spezifisch mit diversen Herausforderungen beschäftigen. Die Konferenzen finden vom 18. bis 20. Juni auf dem Waisenhausplatz in Bern in einem eigens für diesen Anlass errichteten Zelt statt. Eine Anmeldung für die Konferenzen ist unter www.unesco.ch möglich. Das Zelt beherbergt ausserdem eine öffentliche Ausstellung und dient als Diskussionsforum. Öffnungszeiten: Dienstag, 18. Juni 2019, und Mittwoch, 19. Juni 2019, von 9.30 bis 19.00 Uhr; Donnerstag, 20. Juni 2019, von 9.30 bis 14.300 Uhr.

Am 17. Juni 2019 findet im Kornhauskeller die Eröffnungsfeier (auf Einladung) in Anwesenheit von Bundesrat Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, Jean-Bernard Münch, Präsident der Schweizerischen UNESCO-Kommission, Alec von Graffenried, Berner Stadtpräsident, und Firmin Matoko, beigeordneter Generaldirektor der UNESCO für Afrika und Aussenbeziehungen, statt.

Medienschaffende, die über die Enthüllung des Triumphbogens am 13. Juni 2019 um 10 Uhr, die Eröffnungsfeier vom 17. Juni 2019 um 18 Uhr oder die Konferenzen vom 18. bis 20. Juni 2019 berichten wollen, werden gebeten, sich bei info@unesco.ch zu melden.

Weitere Informationen:  Jeanne Berthoud, +41 58 464 10 67

Hinweis: Am 17. Juni 2019 publiziert das EDA eine Medienmitteilung zum Beitritt der Schweiz zur UNESCO vor 70 Jahren.


Triumphbogen von Palmyra (Syrien)

Im 2. Jahrhundert n. Chr. war Palmyra, eine Karawanenstadt in einer Oase der syrischen Tadmor-Wüste, ein blühender Zwischenstopp an der Haupthandelsstrasse zwischen Ost und West. Es war auch ein Ort von beachtlichem Wohlstand multikultureller Provenienz. Die Stätte, die als ein Kulturgut von aussergewöhnlichem universellem Wert gilt, wurde 1980 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Im Jahr 2015 wurden viele wichtige Bauten in Palmyra durch die Gruppierung des sogenannten «Islamischen Staates» zerstört. Das Institute for Digital Archeology stand damals in der Anfangsphase eines Projekts zum Schutz des Kulturerbes in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus der Region. Geplant war, mit computergestützter 3D-Visualisierung und wegweisender 3D-Bearbeitungstechnik eine grossformatige Nachbildung eines der wichtigsten Monumente der Stätte – des Triumphbogens von Palmyra – zu erstellen. Die Replik soll eine Friedensbotschaft aussenden und auf die Notwendigkeit hinweisen, unersetzliches materielles und immaterielles Kulturerbe zu erhalten.

Seit seiner Enthüllung am Londoner Trafalgar Square im April 2016 ist der Triumphbogen weltweit öffentlich zu sehen; zuletzt im April 2019 in Genf im Kontext der internationalen Kulturgüterschutz-Konferenz zum 20. Jahrestag des Zweiten Protokolls von 1999 zum Haager Übereinkommen von 1954. Die Rekonstruktion ist ein Symbol für den Triumph der Zusammenarbeit über den Konflikt, des Optimismus über die Verzweiflung und des menschlichen Einfallsreichtums über sinnlose Zerstörung.

Die Installation der Replik des Triumphbogens von Palmyra in Bern ist Teil der Feierlichkeiten zum 70-Jahre-Jubiläum der Schweizerischen UNESCO-Kommission (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation). Diese setzt sich seit 1949 dafür ein, die Mission der UNESCO auf nationalem Level voranzubringen. Die Mission der UNESCO ist es durch den Schutz des Kulturerbes und die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zu Frieden und Sicherheit beizutragen. Die Stadt Bern unterstützt als Unterzeichnerin der Genfer Erklärung «Menschenrechte und Kulturerbe: Verpflichtung der solidarischen Städte» die Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum und ist stolz darauf, mit dieser Initiative ihr Engagement für Friedensförderung und den Schutz des bedrohten Kulturerbes zu bekräftigen.